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Pakistans Botschafter in Halle

Shahid A. Kamal trug sich ins Gästebuch der Stadt ein

halleforum

Ein internationaler Besucher ist derzeit anlässlich der Händelfestspiele zu Gast in Halle. Am Freitag konnte Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados den Botschafter der islamischen Republik Pakistan, Shahid A. Kamal begrüßen. Seine Exzellenz trug sich in das Gästebuch der Stadt ein. Im Anschluss lobte er noch das Festkonzert. Doch besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm die Hallumination.

So passen Händels Städte zusammen

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG, DETLEF FÄRBER,

Die Hallumination macht's möglich. (hier ein Probenfoto) FOTO: Lutz Winkler Die Hallumination macht's möglich. (hier ein Probenfoto) FOTO: Lutz Winkler
HALLE/MZ. Wenn das die Queen gesehen hätte! Ihre Fahne - der „Union Jack" - leuchtend, strahlend in Palastgröße auf dem Stadthaus von Händels Geburtsstadt! Die greise britische Monarchin wäre vielleicht doch mal selber angereist und hätte sich nicht - wie im Vorjahr geschehen - vom halleschen Maler Burghard Aust via Kunstaktion sozusagen vertreten lassen. Am ersten Festspielwochenende im kleinen Händel-Jubiläumsjahr (325. Geburtstag) zeigte ein Team um den halleschen Grafiker Steffen Wendt und Steintor-Chef Rudenz Schramm in der nun schon vierten Folge der „Hallumination", wie gut die beiden Heimatstädte des Weltmusikers doch eigentlich zusammenpassen.

Ja, sie führten es eindrucksvoll und stimmungsvoll vor Augen - nicht zuletzt auch durch die Untermalung von Echo-Klassik-Gewinnerin Ragna Schirmer, die - am ersten Abend sogar live auf dem Markt - Klavierstücke des Meisters einspielte. Auch zum Beispiel eine Stadtansicht von London zur Händelzeit, mit Segelschiffen auf der Themse vor der der Tower-Bridge oder die berühmte Uhr von „Big Ben" am Turm des Westminsterpalasts wirkten an der Fassade von Halles prächtigem Stadthaus, als würden sie nirgends anders hingehören. Und sogar ein bisschen moderne hallesche Kunst fand in Gestalt eines Bildes der Malerin Karin Jarausch Eingang in die stilsichere Bilddramaturgie von Steffen Wendt, deren Realisierung und Aufführung freilich wieder einer komplizierten und aufwändigen Technik bedurfte.

Doch dieser Aufwand - ermöglicht nur durch Unterstützung hallescher Firmen, unter anderem der Mitteldeutschen Zeitung - lohnt sich dieses Jahr einmal mehr: Der Anblick verzauberte gleich am Eröffnungsabend schätzungsweise 3000 Hallenser. „Hier gehen wir noch mal her," gab etwa die Studentin Griseldis Krämer ihrem Freund Benjamin unmissverständlich zu verstehen. Und auch viele andere hatten sich zur späten Stunde (Beginn jeweils 22.30 Uhr) eigens wegen der Hallumination noch mal auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Nachdem zuerst beim Stadtjubiläum und beim Festival "Theater der Welt" die Illuminationen im Stadtraum für populäre Höhepunkte gesorgt hatten, scheint die Aktion nun bei den Händelfestspielen einen festen Platz im Jahreskalender gefunden zu haben. „Gerade die auswärtigen Gäste waren hingerissen", so durfte sich Rudenz Schramm nach Gesprächen im Händelhaus freuen.


Beeindruckende Lichtershow in Halle

Einen Augen- und Ohrenschmaus kann man an diesem Wochenende in Halle bestaunen. Hallumination heißt die Veranstaltung und sie bietet ein tolles Spektakel.

MDR

Beeindruckende Lichtershow in Halle Einen Augen- und Ohrenschmaus kann man an diesem Wochenende in Halle bestaunen. Hallumination heißt die Veranstaltung und sie bietet ein tolles Spektakel.
Architektur als Leinwand. Halles altehrwürdiges Stadthaus als Projektionsfläche. Notenpartituren, Schriften, Bilder und Logos verzaubern die historische Fassade. Eine Mischung aus gesprochenen Text klassischer Musik, Klangflächen und Soundcollagen macht daraus einzigartiges, unvergessliches Erlebnis mit Gänsehautfaktor. Viele der Zuschauer haben so am Donnerstag den ersten lauen Sommerabend auf dem halleschen Marktplatz genossen.

HALLUMINATION heißt das Spektakel aus Licht und Klang, das ursprünglich zur 1200-Jahrfeier Halles erdacht wurde und in diesem Jahr erstmals die Händelfestspiele würdig mit eröffnete.
[Der ganze Beitrag als Video]


Händels kleine Nachtmusik

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG, DETLEF FÄRBER

Das Stadthaus wurde Donnerstagnacht zum Musizierzimmer <br>für den ganz jungen Händel. Es war eins der schönsten Bilder <br>der diesjährigen «Hallumination» (hier ein Probenfoto). <br>Die hallesche Weltklasse-Pianistin Ragna Schirmer spielte live zu dieser Show.<br>FOTO: Lutz Winkler
HALLE/MZ. Aufs große ernste Jubiläum zu Händels Todestag vor einem Vierteljahrtausend folgt dieses Jahr ein kleines feines, das besser zum jungen, zum halleschen Händel passt. Der wurde vor 325 Jahren hier geboren - und Donnerstagabend hat er mal eben kurz zu Hause reingeschaut. Hoch über dem Markt, schräg rüber von seinem Denkmal, saß der Knabe Georg Friedrich lichtumflutet auf der Stadthausfassade am Klavier und spielte zu später Stunde seinen Hallensern vor. Ein bisschen dabei geholfen hat ihm eine Freundin, die Pianistin Ragna Schirmer. Ihr kam zum Festivalstart eine besondere Bedeutung zu.
War im Vorjahr die Kunstaktion "Wetten, die Queen kommt doch" des Malers Burghard Aust in aller Munde, ließ diesmal Halles Klavierkönigin aufhorchen - und auch sie zunächst in anderer Rolle. Beim Festakt in der Händel-Halle hielt sie die Festrede - aber natürlich auf ihre Weise. Dass und wie sie es tat, war eine von etlichen kleinen Überraschungen, die den Eröffnungstag gegenüber den festen Ritualen aus den Vorjahren spürbar auflockerte. [...]

Während die OB am Händel nur ein paar knappe, wohlgesetzte Worte sprach, sprudelte es aus Ragna Schirmer dann nur so heraus. Fast schon eine Liebeserklärung war es, die sie - die Wahlhallenserin - dem Wahl-Engländer Händel zugedacht hatte: einen höchst pointierten Text über die Zeiten hinweg. Ein heitere Hommage war es, die die Pianistin dem Komponisten darbrachte - und manch einer, der es hörte, munkelte schon, dass Händel sich dafür bei ihr wohl in nicht allzu ferner Zeit mal mit einem Händelpreis revanchieren könnte. Die kleine Nachtmusik später bei der anrührenden „Hallumination" auf dem Markt wäre da noch ein Grund mehr.