2010: Sweet Suites 2008: Prolog für Halle 2006 | 2007: Sonne, Mond und Sterne

Zitate

Die Bildershow HALLUMINATION wurden durch Klangcollagen und eine Vielzahl von Zitaten begleitet. So konnte man den Text aus der Urkunde mit der ersten Erwähnung von Halle hören, ebenso die Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler, den ehemaligen Aussenminister Hans-Dietrich Genscher, Kultusminster Jan-Hendrik Olbertz, den ehemaligen Burg-Rektor Ludwig Ehrler und andere. Auch wurden Joseph von Eichendorff, Curt Goetz und der Industrielle Carl Adolph Riebeck zitiert.
Zentrales Musikthema war das immer wieder verändert interpretierte Kinderlied »Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne«.


Die Ersterwähnung der Stadt Halle

»Et mandavit eis rex Karolus aedificare civitates duas, unam ad aquilonem partem Albiae contra Magadaburg, alteram vero in orientalem partem sala, ad locum, qui vocatur Halla; deinde reversus est ad patrem suum in Francia.«

»Und der König Karl hat den Sorben befohlen, zwei Grenzfesten zu bauen, eine am nördlichen Ufer der Elbe gegenüber Magdeburg, die andere aber an der Gegend der östlichen Saale, an einem Ort, der Halla genannt wird. Sodann ist er zu seinem Vater in Franken zurückgekehrt.«


Stadtführerin Heidi Dietz

»Manche Leute sagen, dass sind Salzkristalle und eine Siedepfanne, aber die Halloren, die sagen Nein, Salzkristalle sehen anders aus, die müssen es wissen. Ich nehme immer ihre Geschichte für die wahre. Die Halloren sagen, sie lebten im Tal zu Halle, der König kam vorbei, sie sprachen ihn an, sie wünschten sich eine Stadt mit festen Mauern, damit man sie nicht mehr überfallen kann. Was haben sie gesagt, Günti Krause hat das in einem herrlichen Gedicht, auf hallesch: 

„Herr Geenich, uns überfallen se immer ach wenn wer doch ne Stadt bloß hätten, mit Türmchen droff und Spitzen.“  Und was sagt der König?

„Wollter de Lumpen die ihr tracht für teures Jeld verkoofen?“

Also er sagt, wovon wollt ihr eine Stadt bauen, ihr habt ja nichts! Da sagen die: Haben wir heute Wasser und Holz, so haben wir morgen Silber und Gold. Sie erarbeiten sich das. Gut meinte der König eigentlich habe ich nichts dagegen. Aber am Tag sollt ihr für mich arbeiten. So baut des nachts und Mond und Sterne sollen Euch scheinen.«


Aus der Weiheurkunde, die man 1506 bei der Vollendung des Roten Turmes in seinen Knopf am höchsten Punkt der Spitze legte. Dort heißt es über den Zweck des Turmbaus:

»Zum Lobe des allmächtigen Gottes, der ganz unbefleckten Jungfrau Maria, auch aller himmlischen Bürger sowie zur Zierde der hochberühmten Stadt Halle und selbst der Umgegend.«

Ludwig Ehrler

»Noch ist hier alles verborgen. Ich sag immer, hier sind so viele Burgen: ...das ist die Burg Giebichenstein, das ist die Moritzburg, das ist die Residenz und so gibt es, der Hof des Doms, der Dom selber ist nicht an einem repräsentativen Ort sondern ein bisschen verborgen – das ist alles verborgen, der schöne Stadtgottesacker, wenn man nicht dem jemanden erklärt wo der ist, der findet den gar nicht.
Das ist auch die Struktur, die Struktur. Das ist keine Stadt, die sich nach außen ausbreitet und die Brust rausstreckt, die Eingänge zur Marktkirche sind an der Seite, der Rote Turm hat eigentlich so gut wie gar keinen Eingang, es ist alles so ein bisschen hinten rum und seitlich.«


Ingrid Häußler

»Also ich denke, wir haben einen der schönsten Marktplätze, die es in Deutschland gibt, … ich kenne ganz viele die sagen, Mensch ist das schön in Halle, da findet immer noch richtig Markt statt. Und weil dieser Marktplatz eine so reiche Architektur hat, und das wird am Ende auch die überzeugen, die sich fragten, ob denn die zurückhaltende graue Pflasterung denn die richtige Entscheidung war...«

Jan-Hendrik Olbertz

»Die preußischen Könige, ... die haben das natürlich gesehen, dass sie einen vorbildlichen Kleinststaat hier vor sich hatten und der Francke genau das machte was die Preußen in ihrem Reformgeist und Aufklärungswillen gleichzeitig aber auch ihrer frommen Identität ...- also diese Mischung aus Merkantilismus und sozialer Tatkraft, das haben sie hier studieren können im Kleinen,«

Joseph von Eichendorff

»Völlig mystisch dagegen erschien gar vielen der am Giebichenstein gelegene Reichhardtsche Garten mit seinen geistreichen und schönen Töchtern, von denen die eine Goethesche Lieder komponierte, die andere sogar Steffens' Braut war. Dort aus den geheimnisvollen Bosketts schallten oft in lauen Sommernächten wie von einer unnahbaren Zauberinsel Gesang und Gitarrenklänge herüber; und wie mancher junge Poet bildete da vergeblich durch das Gitter oder saß auf der Gartenmauer zwischen den blühenden Zweigen die halbe Nacht, künftige Romane vorausträumend.«

Curt Goetz (I)

»Auch die Studenten liebten diese Stadt. Nicht so sehr wegen ihrer Universität als um ihrer Mädchen willen, die sich wiederum nicht so sehr durch besondere Schönheit auszeichneten als durch eine entwaffnende Natürlichkeit, mit der sie sich gaben, wie sie waren, und so oft man es von ihnen verlangte. Der Erfinder des Ausspruches: In Halle tummeln sich die Jungfrauen wie die Walfische in der Saale war natürlich ein elender Zyniker, wenn auch anerkannt werden muß, daß er ein ausgezeichneter Kenner der faunischen Verhältnisse der Saale und ihrer Nebenflüsse gewesen sein muß; denn diese Gewässer führen wirklich keine Walfische.«

Carl Adolph Riebeck

»Der Fabrikherr soll ... dem Arbeiter stets beistehen in Krankheiten und anderen Nothständen, er soll Sparkassen errichten, die soweit als möglich von den Arbeitern selbst verwaltet werden ... Er soll sich nicht zu hoch über seine Leute stellen, soll vielmehr der erste Arbeiter selbst sein ...«

Curt Goetz (II)

»Das Schönste an Halle - nach der Überzeugung weitgereister Leute, sofern sie sich nicht genieren, diesen alten Witz anzubringen - sei jedoch Halles Hauptbahnhof, der infolge seiner Eigenschaft als wichtiger Eisenbahnknotenpunkt eine ideale Gelegenheit biete, diese Stadt nach allen Himmelsrichtungen hin zu verlassen.

Glaubt ihnen nicht! Sie war, ist und bleibt also eine reizende Stadt!«