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Mit Kinderlied durch Stadthistorie

Bilder und Musik in Halluminations-Show zum Jubiläum - Stadthaus und Ratshof als Projektionsflächen

Heidi Pohle

Hallumination? Mit diesem Begriff dürften wohl nur wenige etwas anfangen können. Denn so neu wie die Wortschöpfung ist auch das, was sich dahinter verbirgt. Kommenden Samstag wird das Geheimnis auf dem Markt gelüftet - und die Hallenser werden staunen.

Denn was sie dann zu sehen bekommen, ist so gut wie neu in Deutschland, versichert Rudenz Schramm, sei nur in Paris, London und Wien gezeigt worden. Mit einer mehrköpfigen Mannschaft und einer Firma aus Wien hat der Veranstaltungs-Manager im Auftrag der Stadt die 1200-jährige Geschichte Halles im Jubiläumsjahr in einer Show aus bunten Bildern, Musik, Sprache und Geräuschen umgesetzt.

Herausgekommen ist dabei eben jene Hallumination, die vom 1. bis zum 16. Juli läuft. „Wir projizieren abends, wenn es dunkel geworden ist, großformatige Dias auf das Stadthaus und den Ratshof", erklärt Schramm. Die Bilder sind so groß wie die Häuser selbst. Durch die Fassaden erhalten sie noch besondere Effekte und die Architektur der Gebäude eine neue, verblüffende Dimension.

So wird zum Beispiel Kardinal Albrecht auf dem Turm des Ratshofes erscheinen, auch Händel und Luther sind dabei. Historische Bahnen fahren, Halloren sieden Salz, kurz, die Stadthistorie wird in einer knappen halben Stunde in rund 200 Bildern vor den Zuschauern lebendig - zum ersten Mal am Samstag nach der Mozart-Gala auf dem Markt, an allen anderen Tagen gegen 22.15 Uhr.Die Dias werden natürlich nicht stumm gezeigt, sondern von einem alten Kinderlied begleitet, das wie für Halle geschaffen zu sein scheint - „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne". Geräusche sind zu hören, und in Anekdoten und Aphorismen werden Persönlichkeiten der Geschichte vorgestellt.

„Wir haben fast ein Jahr an der Show gearbeitet", erzählt Schramm, der auch Steintor-Chef ist. Er hat sich eine Großbild-Projektion in Wien angesehen und von dort gleich noch die Idee mitgebracht, die Show in Liegestühlen zu verfolgen: „Das machen wir in Halle ebenfalls." Dieser Service ist kostenlos, Eintritt wird nicht erhoben. Getränke muss man sich allerdings selbst kaufen.

Das Publikum wird nach technischen Aufbauten vergeblich Ausschau halten. „Die Technik mit sieben Spezial-Projektoren ist in gegenüberliegenden Gebäuden versteckt", sagt Schramm. Während der Hallumination werde auch der Rote Turm beleuchtet. Die Stadt will den Turm und die Marktkirche über den Sommer hinweg ebenfalls anstrahlen. Ab wann das sein wird, steht noch nicht fest.